Blick in die Geschichte des urbanen Grün: das Mercator Hallenbad in Amsterdam

Architekt: Ton Venhoeven und team, VenhoevenCS Amsterdam

Das Schwimmbad Mercator befindet sich in de Baarsjes in Amsterdam. De Baarsjes ist ein multikultureller Stadtteil, in dem Menschen aus 129 verschiedenen Ländern leben. Der Stadtteil wollte das Gemeinschaftsleben im Viertel fördern. Die Behörden wählten daher ein Gebäude, das Schwimmbäder, ein Therapiebecken, Fitness, Aerobic, Sauna und Dampfbad, ein Partyzentrum, ein Café und Kinderbetreuung sowie ein Fast-Food-Restaurant vereint. Jedes einzelne Element zieht unterschiedliche Zielgruppen an, so dass am Ende die gesamte Bevölkerung es nutzen kann. Im Inneren kann jeder andere Aktivitäten sehen, die sein Interesse wecken und sie dazu anregen, auch andere Einrichtungen zu nutzen. Da das Gebäude in einem Park errichtet wurde, verlangten die Anwohner, dass es so grün wie möglich sein sollte; wir haben es vollständig mit Vegetation bedeckt.

Mit seinen grünen Fassaden und dem Dach markiert der Sportplaza Mercator den Anfang und das Ende des Rembrandtparks. Aus der Ferne wirkt er wie eine überwucherte Festung, die den Eingang zur Stadt aus dem 19. Jahrhundert flankiert und schützt. Beim Blick durch die Glasfassade glitzert ein moderner Komplex im Spa-Stil, komplett mit Schwimmbädern, Fitnessraum, Restaurant und Partyeinrichtungen. Der Eingang wirkt wie eine Abflughalle, von der aus die verschiedenen Besucher ihr Ziel erreichen können.
Das Gebäude wurde als eine Stadt – eine Gesellschaft im Kleinen – im Inneren einer Höhle entworfen. Das Gebäude ist voll von Sichtachsen und Schlüssellöchern, die Perspektiven auf die verschiedenen Besucher, Aktivitäten und Kulturen im Gebäude bieten. Sonnenlicht dringt durch alle möglichen Öffnungen im Dach tief in das Innere des Gebäudes ein. Niedrige Fenster rahmen den Blick auf die Straße und die Sonnenterrasse ein.

Der vertikale Garten wurde ursprünglich von Patrick Blanc entwickelt. Seine vertikalen Gärten wurden im Musée du Quai Branly in Paris angewandt. Für Sportplaza Mercator hat die niederländische Firma ‘Copijn’ (Utrecht) das Konzept weiterentwickelt. Dieses Produkt wird “die Wunderwand” genannt. Die Wand besteht aus verschiedenen Schichten. Zunächst gibt es eine Stahlkonstruktion mit eigenem Fundament, die an der Dachkonstruktion des Gebäudes befestigt ist. Die zweite Schicht ist eine physische Trennwand zwischen innen und außen. Die dritte Schicht, die auf der Stahlkonstruktion befestigt ist, ist die “wachsende Wand”, die aus Metall, Kunststoff und einem Filzvlies mit Kerben und kleinen Eimern besteht. Jede Pflanze wächst in einem eigenen Eimer. In die Anzuchtwand integriert ist ein Regen- und Fütterungssystem mit Schläuchen und Sensoren. Über 50 verschiedene Arten von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen wurden in die Dächer und Fassaden gepflanzt. Jede Mauer hat ihr eigenes Klima und erfordert daher unterschiedliche Pflanzenarten.

Programm:

Wettkampf-, Therapie-, Lehr- und Freibäder, Fitnessraum, Badehaus, Café-Restaurant, Partyzentrum, Kinderbetreuung, Fast-Food-Konzession

Design Team:

VenhoevenCS – Ton Venhoeven (Project Architekt), Richèl Lubbers (Project Manager),

Danny Esselman, Manfred Wansink, Jos Willem van Oorschot, Erik de Vries, Thomas Flotmann, Peterine Arts

Auftraggeber:

Sportfondsenbad Nederland, Gemeinde von Amsterdam – Stadtteil De Baarsjes

Photos: Anneloes Groot